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Oberdorfer Kapellengeschichten

Radltour des Heimatvereins

Eine Kapellenradltour veranstaltete der Heimatverein heuer wieder. Matthias Kelz hatte dafür eine Route im Westen und Norden von Marktoberdorf zusammengestellt und kundige Führer organisiert. Die Kapelle St. Anna und Joachim in Weibletshofen, zur Zeit mitten im Baustellenausweichverkehr, war die erste Station der Radler.

Sie enthält neben zwei Figuren der Namenspatrone aus dem 15. Jahrhundert auch den Altar der ehemaligen Rainenkapelle.Diese stand einst am Beginn der Lindenallee und wurde 1804 abgerissen, angeblich auf Betreiben von Fürstbischof Clemens Wenzeslaus. Doris Rößle, die sich um die Kapelle kümmert, erzählte von einer aufwändigen Renovierung in den 1980er Jahren, als das Gebäude um 60 Zentimeter angehoben wurde, weil es Feuchtigkeitsschäden hatte. Die Teilnehmer bewunderten die Kreuzwegtafeln, die seinerzeit von den Marktoberdorfer Kirchenmalern  Otto Wanner und Luis Bayrhof geschaffen wurden. Viel unscheinbarer zeigte sich die kleine Dreifaltigkeitskapelle östlich von Geisenried: Sie geht auf ein Gelübde aus dem 30-jährigen Krieg zurück: Drei Soldaten hatten sich verirrt und gelobt, eine Kapelle zu errichten, wenn sie wieder zu ihrer Einheit zurückfänden. 1695 wurde die Kapelle schließlich erbaut. Auf dem Weg der Radler lag als nächstes die schmucke Kapelle Mariä unbefleckte Empfängnis in Geisenhofen, auf Ruderatshofener Flur. Die Mesnerin Leni Martin berichtete über die Baugeschichte und die Ausstattung des Gotteshauses. Die Besucher waren besonders beeindruckt von der zentralen Madonnenfigur sowie vom hängenden Kruzifix, an dem Engel das Blut aus den Wunden des gekreuzigten Jesus auffangen. Ein bewegte Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes hat die Weilerkapelle von Ennenhofen, eine Marienkapelle: Sie stand einst zwischen Ennenhofen und Oberdorf, da wo heute die Bahnlinie verläuft. 1875 wurde sie wegen des Bahnbaus abgerissen und auf dem Grund der Familie Fichtel in Ennenhofen wieder aufgebaut. Eine Mondsichelmadonna, die um 1500 geschnitzt wurde, ist in ihr zu sehen. Man vermutet, dass die Figur aus der Frauenkapelle stammt. Den Abschluss bildete die Mooskapelle, eine Antoniuskapelle in Privatbesitz, die aber über das FSV-Gelände zugänglich ist. Ihre Errichtung geht zurück auf ein Gelübde von Therese Schmid, falls ihre Söhne Anton und Xaver wieder heil aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehren. Anton Schmid, der spätere Ziegeleibesitzer, löste das Gelübde ein und errichtete die Kapelle am Ziegeleigelände. 1992 wurde sie beschädigt. Daraufhin ließ sie der ehemalige Bürgermeister Franz Schmid, ein Sohn des Anton Schmid, abbauen und in der Nähe seines Wohnhauses im Moos wieder aufbauen. 17 Teilnehmer waren mit ihren Fahrrädern und Pedelecs unterwegs auf der interessanten Tour.

Text und Fotos: Kornelia Hieber

 

Kapelle Weibletshofen mit Rainenaltar

 

Kapelle Geisenried

 

Kapelle Geisenhofen - Madonna

 

Kapelle Ennenhofen

 

Mooskapelle - Antoniusfigur und Gelübde

 

 

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