Klaus Schamel vom Förderverein Udo ist am Mittwoch, den 6. Mai, um 18.00 Uhr zu Gast beim Heimatverein Marktoberdorf im evangelischen Gemeindesaal in der Bahnhofstraße. In seinem Vortrag geht es um die Hammerschmiede bei Pforzen – eine, wenn nicht sogar die spannendste Ausgrabungsstätte unserer Region. Paläontologen der Uni Tübingen um Professor Dr. Madelaine Böhme haben dort nicht nur Knochenteile von Danuvius guggenmosi, genannt „Udo“, gefunden, der vor rund 11 Millionen Jahren dort gelebt hat und ein bisher nicht bekannter gemeinsamer Vorfahre von Mensch und Menschenaffe ist. Sie konnten aus zahlreichen weiteren Knochenfunden auch die damalige Tierwelt rekonstruieren, von der heute die meisten Arten längst ausgestorben sind. Rückschlüsse auf die Pflanzenwelt, in der Udo unterwegs war, zogen sie aus der Auswertung von Sporen und Samen und bargen sogar einen im Lehm erhaltenen fossilen Baumstamm.

Auch die geologischen und klimatischen Verhältnisse zu Udos Lebzeiten haben sie erforscht und erforschen sie weiter. Wie die Paläontologen dabei vorgehen, wie es ihnen und ihren Helfern gelingt, aus kleinsten und manchmal verstreuten Funden zu erkennen, was für ein ausgestorbenes Wesen das einmal war, und welche Schlüsse sie daraus ziehen, davon wird Klaus Schamel an dem Abend erzählen, sowie von den neuesten Funden der letzten Grabungssaison. Und natürlich wird auch von Rosie die Rede sein, der fleißigsten Helferin vor Ort: Das ist ein rotierendes Sieb, welches die Forscher selbst gebaut haben und welches ihnen die Arbeit erheblich erleichtert.
Info:
Vortrag „Die Hammerschmiede bei Pforzen – Zeitfenster ins Ostallgäu vor 11 Millionen Jahren“ von Klaus Schamel (Förderverein Udo)
am Mittwoch, 06.05.2026, um 18.00 Uhr im evangelischen Gemeindesaal, Bahnhofstr. 25 in Marktoberdorf
Eintritt frei
Text: Kornelia Hieber
Foto 1: Klaus Schamel
Foto 2: Prof. Dr. Madelaine Böhme
Auf vielfältigen Wunsch veranstaltete der mit der Renovierung der Frauenkapelle beauftragte Architekt Christian Eger eine „visuelle Baustellenführung“ für den Heimatverein und seine Gäste: Feuchtigkeitsschäden und Risse im Mauerwerk, Rost und morsche Balken hatten eine umfassende Innen- und Außenrenovierung notwendig gemacht. Ein immens komplexes Projekt ist das, das wurde den Zuhörern schnell klar. Sehr aufwändig waren bereits die Vorarbeiten, wie Eger aufzählte. Umfangreiche Recherchen der Bauhistorie, eine gründliche Schadensanalyse, Aufmaßzeichnungen und Berechnungen sowie ein Maßnahmenkatalog, was alles erledigt werden muss, mündeten in eine Kostenschätzung. Fachbehörden wie das Amt für Denkmalpflege mussten beteiligt werden. Nach dem Projektauftrag der Diözese war festzulegen, wer welche Arbeiten wann zu welchem Preis erledigen soll. Die permanente Kontrolle von Terminen, Finanzen und Qualität sei eine Daueraufgabe während der ganzen Projektdauer.
Und dann waren da noch die „Überraschungen“ die Eger im Zuge der Bauarbeiten immer wieder erlebte: Eigentlich hätte zunächst das Dach des Langhauses in Angriff genommen werden sollen. Beim Versuch, den Dachstuhl für die Arbeit am Gebälk zu entlasten, dann die unangenehme Erkenntnis, dass dafür zuerst mehrere Lagen schadstoffbelasteter Mineralfasermatten sowie massiv ausgebildeter, bewehrter Aufbeton auf den Mauerkronen der Traufen entfernt werden mussten. Ersteres mit Schutzanzug und Atemschutz, letzteres in langwieriger Handarbeit. Die Ursachensuche für die Feuchtigkeitsschäden am Sockel des Kirchenschiffs führte zu der überraschenden Einsicht, dass das Dachwasser zwar über Fallrohre abgeführt wurde, dort jedoch auf Grund von Verstopfungen oder Leitungsbruch ins Erdreich abfloss. Die nicht abgedichteten Fundamente wurden demnach durch das Dachwasser quasi bewässert, was zu den sichtbaren, erheblichen Putzschäden im Sockelbereich führte. Ein Schreckmoment selbst für den erfahrenen Kirchensanierer war der Zustand der Decke unter dem Glockenstuhl: Alle Balken waren komplett kaputt und mussten ausgewechselt werden. Mit dem – momentan glockenlosen – Glockenstuhl obendrüber. Es hatte noch mehr solcher „Überraschungen“ gegeben, aber auch dank seiner 25-jährigen Berufserfahrung hat Christian Eger mit seinen Handwerkerkollegen und der Unterstützung der Fachbehörden immer Lösungen gefunden. Nun stehe noch die Renovierung des Seitenschiffes und des Vorzeichens an. Ende des Jahres sollen die Arbeiten beendet sein. Zahlreiche, sehr eindrückliche Fotos zeigten die Schäden an der ehrwürdigen Kapelle und die teils sehr schwierigen Sanierungsarbeiten. Auch Bruchstücke alter Balken hatte er dabei, federleicht und durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Die Zuhörer waren schwer beeindruckt.
Text und Foto: Kornelia Hieber
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