Wie kommt ein irischer Glaskünstler ins Allgäu? – Zu Gast bei Austin Dowd
Wie kommt ein irischer Glaskünstler ausgerechnet ins Allgäu? Und was fasziniert einen Menschen daran, mit Feuer und über 1.000 Grad heißem Glas zu arbeiten? Beim nächsten „Hoigarten on Tour“ des Heimatvereins Marktoberdorf geht es am Mittwoch, 30. September, um 18 Uhr nach Sulzschneid. Gastgeber ist der aus Dublin stammende Glaskünstler Austin Dowd, der dort gemeinsam mit seiner Partnerin, der Allgäuer Glaskünstlerin Annette Glas, das Forsthaus Glas Atelier betreibt.
Schon der Name des Ateliers birgt eine hübsche Pointe: „Glas“ ist keineswegs ein eigens gewählter Künstlername, sondern tatsächlich der Nachname von Annette Glas.
Austin Dowd wurde 1980 in Dublin geboren. Seine Ausbildung führte ihn zunächst an das Grennan Mill Art and Craft College im irischen County Kilkenny und anschließend an das International Glass Centre bei Birmingham. Danach arbeitete er für verschiedene Künstler in Irland und Großbritannien. 2008 kam Dowd nach Deutschland und arbeitete zunächst an der historischen Glashütte Gernheim in Nordrhein-Westfalen.
Wie es den Iren von dort schließlich nach Bayern und ausgerechnet nach Sulzschneid verschlug, soll an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten werden. Diese Geschichte erzählt Austin Dowd beim Hoigarten am besten selbst.
Seit 2013 betreiben Dowd und Annette Glas gemeinsam das Forsthaus Glas Atelier. In der selbst eingerichteten Werkstatt entstehen mundgeblasene Glasobjekte, geschmolzene Bilder und Glasschmuck in Handarbeit.
Dowds Arbeit bewegt sich dabei zwischen traditionellem Glasmacherhandwerk und zeitgenössischer Glaskunst. Seine Arbeiten und Projekte waren unter anderem in Dublin, Birmingham, Zwiesel und im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim zu sehen. 2026 ist er außerdem Ausstellungsteilnehmer beim Immenhausener Glaspreis.
Beim „Hoigarten on Tour“ können die Besucherinnen und Besucher Austin Dowd dort kennenlernen, wo seine Arbeiten entstehen. Im Gespräch geht es um seinen ungewöhnlichen Weg von Irland ins Allgäu, um die Faszination des Werkstoffs Glas, um Kunst und Handwerk – und natürlich um das Leben und Arbeiten in Sulzschneid. Dabei soll nicht alles vorab verraten werden: Fragen des Publikums sind ausdrücklich erwünscht.
Mit dem Format „Hoigarten on Tour“ verlässt der Heimatverein Marktoberdorf das Hartmannhaus und besucht Menschen an ihren Wirkungsorten. Diesmal wird also dort „gehoigartet“, wo es normalerweise ziemlich heiß zugeht.
Info: Hoigarten on Tour – Zu Gast bei Glaskünstler Austin Dowd
Mittwoch, 30. September 2026, 18.00 Uhr
Forsthaus Glas Atelier
Hoheneggstraße 7, 87616 Marktoberdorf-Sulzschneid
Anmeldung: 0171-1984 250 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Eintritt: frei, Spenden für den Heimatverein erwünscht
Text: Ulrich Wegenast
Fotos: Austin Dowd
Mittwoch, 21. Oktober 2026 von 15 Uhr bis 19 Uhr: Heimatverein on Tour - Zu Gast bei der RÖSLE GROUP
Am 21. Oktober lädt der Heimatverein zu einer ganz besonderen Tour: wir besuchen die moderne GRÖMO-Fabrik und das neue RÖSLE-Logistikzentrum.

Rösle Logistikzenrum (Foto: RÖSLE GROUP)
Am Schluss der Tour gibt es eine kleine Verköstigung in der Kochschule und der Firmeninhaber persönlich, Dr. Hermann Steinhauser, gibt Einblick in die 138-jährige Firmengeschichte, die bis heute eng mit Marktoberdorf und dem Allgäu verbunden ist.
Treffpunkt 15 Uhr: Grömo GmbH & Co. KG, Johann-Georg-Fendt-Straße 38, 87616 Marktoberdorf
Shuttle Bus zu Grömo: 14:45 Uhr vom Richard-Wengenmeier-Platz (Deckelplatz) am Rathaus Marktoberdorf, 19:00 Uhr Rückfahrt von RÖSLE zum Richard-Wengenmeier-Platz
Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0171-1984 250 (Anrufbeantworter) bis zum 01.10.26.
Weitere interessante Informationen zur Veranstaltung und einen Download-Link für Fotos finden Sie unter "Weiterlesen" in der ausführlichen Pressemitteilung der RÖSLE GROUP:
Bötinnen-Kapelle
Eine herbstliche Kapellenradtour, das ist eine schöne Tradition für alle Radlfreunde im Heimatverein, die unser Vereinsmitglied Matthias Kelz begründet hat. Über Kohlhunden, Sulzschneid, Weißen und Rieder führte die diesjährige Runde zu gleich vier Kapellen am Wegrand: Den Anfang machte die sogenannte Bötinnen-Kapelle an der Straße nach Sulzschneid. Diese war von Maria Anna Martin (1827-1897), die fast ihr ganzes Leben lang Botengänge für die Sulzschneider und Stöttener Bürger in Marktoberdorf erledigt hatte, gestiftet worden, aus Dankbarkeit, dass ihr auf ihren zahlreichen Fußmärschen nie etwas passiert war.
Josefskapelle in Sulzschneid
Die Sulzschneider Josefskapelle dagegen steht an der Stelle, wo vor Errichtung der Pfarrkirche St. Pankratius die erste Kirche des Dorfes gestanden hatte. Einzigartig ist ihre Lage mit Blick auf die Alpenkette.
Gleich zwei Marienkapellen stellte Matthias noch vor: Die erste in Weißen, 1992 aus Dankbarkeit für eine Heilung nach einem schweren Unfall in der Familie Mayr erbaut und heute gepflegt von der Familie Oppenheimer. Die zweite in Rieder wurde in den 1980er Jahren aus den Spenden für den Kräuterheiler Johann Mayer von seiner Familie errichtet. Bis aus der Schweiz waren hilfesuchende Menschen zu ihm gekommen, um Schmerzen abbeten und Brandwunden „löschen“ zu lassen. In ihrer Kindheit habe man erzählt, er könne in den Himmel hineinschauen und dann Angehörigen berichten, ob ihre Verstorbenen dort schon angekommen seien, erzählte eine Nachbarin.
Marienkapelle in Rieder
Nicht nur zu Kapellen führte Matthias die Radlergruppe. Schon auf dem Weg nach Kohlhunden machte er auf das fast zugewachsene, alte Grabkreuz des ehemaligen Oberdorfer Bürgermeisters Anton Gschwender aufmerksam. Er erklärte, wo der Reichsarbeitsdienst einst den sogenannten Afratsmoosweiher ausgeschaufelt hatte und zeigte Fotos der damaligen Badeanstalt. Selbst zum abgeschiedenen Höllweiher, mitten im Sulzschneider Forst, führte er seine Radler. Eine zünftige Einkehr beendete den herbstschönen Radltag.
Grabkreuz Anton Gschwender
Badeanstalt Afratsmoosweiher
Text und Fotos: Kornelia Hieber
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