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Vom „Winkelbauer“ zum „Hartmannhaus“

Die Geschichte des „Hartmannhauses“, damals noch „beim Winkelbauer“, begann im 16. Jahrhundert. Laut dem Häuserbuch, welches im Stadtarchiv Marktoberdorf verwahrt wird, gab es an der Stelle des heutigen Heimatmuseums bereits 1544 eine kleine Sölde. Als Sölde wurde das Haus eines Kleinbauern und Handwerkers bezeichnet, der sich neben seiner eher kleineren Landwirtschaft durch sein Handwerk einen zusätzlichen Sold verdienen musste.

Von 1611 bis 1642, also zu Zeiten des dreißigjährigen Krieges und der Pest, sind kurz hintereinander gleich vier Hausbesitzer genannt, über deren Schicksal allerdings nichts weiter bekannt ist. Einer der vier war ein Martin Holzmann, dessen Nachfahren den Hof bis 1745 in Besitz hatten.

1842 gehörte das Haus dem Schuhmacher Peter Fischer. Seine Tochter heiratete den Schustergesellen Josef Bolzschuster aus Weilheim und auch dessen Sohn Xaver Bolzschuster übte dort das Schusterhandwerk aus.

Danach kam eine große Veränderung für das Bauernhaus. Aus ihm wurde nämlich der Austragshof eines benachbarten Hofes. Dessen Besitzer Franz Xaver Stadler kaufte das Haus „beim Winkelbauer“ und baute es um. Der Stall verschwand und im Wohnteil wurden zwei Wohnungen geschaffen. Kurz nach dem Umbau verstarb Stadler und seine Witwe Kreszenz erbte das große Anwesen. Die kinderlose Frau überschrieb das Anwesen an ihren Neffen Michael Hartmann und zog selbst hinüber in das neue Pfründehaus zum „Winkelbauer“. Der Bezeichnung des Hofes kommt daher, dass kein öffentlicher Weg zu ihm führte, sondern nur ein Fahrtrecht durch die Nachbargrundstücke.

Das Anwesen blieb im Besitz der Familie Hartmann, bis die letzte Alleinbesitzerin, die ledige „Senzi“ Hartmann, das Haus per Testament der Stadt Marktoberdorf vermachte. Diesem Erbe legte sie eine Bedingung auf: Das Haus sollte einen kulturellen und gemeinnützigen Zweck erfüllen.

Damit übernahm der Heimatverein Marktoberdorf e.V. die Aufgabe, ein Heimatmuseum in das nun umbenannte „Hartmannhaus“ zu errichten. Das Haus wurde mit Unterstützung der Stadt Marktoberdorf Zug um Zug hergerichtet und mit Sammlerstücken ausgestattet, welche uns das Leben in Oberdorf vor 100 bis 150 Jahren veranschaulichen. Gegenstände aus dem häuslichen Alltag finden sich darin ebenso wie Wintersportausrüstung, landwirtschaftliches und handwerkliches Gerät. Natürlich fehlt auch eine Schusterwerkstatt nicht in der ehemaligen Sölde und auch nicht die Holzfigur des Mühleisen Franz, die nun ihren Altenteil in einem Baudenkmal hat. Im „Hans-Zacherl- Stadl“, der 2010 von Ehrenamtlichen errichtet wurde, finden zudem gerne Museumsfeste und Angebote der Museumspädagogik statt.

 

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