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Jahrhundertelang wurde vergeblich versucht, in Bayern Maulbeerbäume heimisch zu machen. Nicht zuletzt um Seidenraupen, die Raupen des Seidenspinner-Schmetterlings, zu züchten. Auch im damaligen Markt Oberdorf wurden Anfang des 19. Jahrhunderts auf Anordnung der Regierung am Schlossberg, entlang des Weges vom Mesnerhaus bis zur Villa Seelos, Maulbeerbäume gepflanzt. Von den sechs Arten die es gibt, wurden hier jedoch der rote und der Moretti-Maulbeerbaum mit süßen Früchten bevorzugt, während sich nur der weiße Maulbeerbaum zur Zucht von Seidenraupen eignet. 

Die Bäume kamen über Regensburg nach München. Von dort holte sie der Metzgermeister Hief, der regelmäßig Kälbertransporte nach München brachte, ab und brachte sie nach Markt Oberdorf, berichtet Stadtarchivarin und Museumsleiterin Josephine Heddergott. Und Heimatgeschichts-Expertin Emilie Eigler erinnert sich daran, dass sie als Kind immer ganz früh zur Kirche auf dem Schlossberg ging, um ganz gewiss noch einige der abgefallenen reifen und sehr süßen Maulbeeren zu erhaschen. Dagegen erkletterte Heimatvereinsmitglied Hans Schweiger als Junge mit seinen Freunden den letzten seinerzeit noch vorhandenen Maulbeerbaum – er wurde in den 1950er Jahren von einem Sturm gespalten – durch dessen hohles Inneren. So kamen sie an die höchsten Äste mit den besten Früchten. 

Als er diese Anekdote bei einer Führung zu den unterirdischen Zisternen am Schloss zum Besten gab, war es für Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell klar, erzählte er beim Einpflanzen der neuen Bäume, dass am Schlossberg wieder Maulbeerbäume wachsen sollen. In einer Gemeinschaftsaktion wurden nun unter Mithilfe des städtischen Bauhofs von Stadt und Heimatverein wieder sechs dieser Bäume mit weißen und schwarzen Früchten eingepflanzt. Jetzt sprießt kaum zwei Meter von der Stelle, an der einst der letzte Maulbeerbaum stand, wieder ein solcher. Bei seinem Einpflanzen legten Bürgermeister Dr. Hell, Heimatvereinsvorsitzende Angelika Gapp und Hans Schweiger selbst mit Hand an.

 

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