Wir leben in einer höchst spannenden Umgebung, in der während der zurückliegenden Eiszeiten kein Stein auf dem anderen blieb. Diesen Eindruck vermittelte der Vortrag von Johann Bauer über die Spuren der Eiszeit um Marktoberdorf, den ein großes Publikum im Hotel-Café Greinwald verfolgte. Der Referent erzählte nicht nur von den gestaltenden Kräften der Eiszeitgletscher, die bis in den Raum Kaufbeuren reichten. Möglicherweise hat der Gipfel des Auerberges nur etwa 50m weit aus dem Eismeer geragt. Zahlreiche Bilder veranschaulichten, wie unsere Hügellandschaft geformt wurde, etwa durch den Vergleich von vergletscherten Gebieten im heutigen Island mit den Geländeformen bei uns. Die Schotterfläche zwischen Hattenhofen und dem Höhenzug der Buchel ist durch die Ablagerungen eines ebenso breiten Gletscherflusses entstanden. Wie sich die terrassenförmigen Abstufungen etwa am Loretoberg bildeten, wo und warum sogenannte Drumlins zu finden sind, wie Findlinge in unsere Gegend gekommen sind und was es mit den geheimnisvollen Toteislöchern auf sich hat, erfuhren die Zuhörer. Auch in der Pflanzenwelt hat die Eiszeit Spuren hinterlassen: Bauer erzählte vom seltenen Schweizer Moosfarn, der wächst, wo sonst nichts wächst, also auch im Schotter: Er hat ihn nachgewiesen im Ablauf des heute nicht mehr existierenden Pfrontener Sees von dem er sich über den Lengenwanger Mühlbach, Lobach und Wertach bis an die Donau verbreitete.

 

 

Text: Kornelia Hieber

Foto: Johann Bauer

 

 

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